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Ratgeber

Netto vom Brutto in der Metall- und Elektroindustrie 2026

Was vom M+E-Gehalt abgezogen wird: Sozialversicherung 2026 mit Sätzen und Beitragsbemessungsgrenzen, Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer. Mit Rechenbeispielen für EG 5 und EG 9 in Bayern und NRW. Stand 18. Oktober 2026, Redaktion metalltarif.

Von einem Tarifgehalt in der Metall- und Elektroindustrie bleiben in Steuerklasse I in einem normalen Monat ungefähr 59 bis 68 Prozent netto übrig, je höher das Gehalt, desto weniger. Wie viel genau, hängt von der Höhe des Gehalts, der Steuerklasse, der Krankenkasse, Kindern und der Kirchenmitgliedschaft ab. Dieser Artikel zeigt, was abgezogen wird, und rechnet vier Fälle durch.

Was abgezogen wird

Auf deiner Abrechnung stehen zwei Arten von Abzügen. Die Steuern gehen ans Finanzamt: Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Die Sozialversicherungsbeiträge gehen an die Krankenkasse, die sie an die Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung weiterleitet. Für die Sozialversicherung zahlt dein Arbeitgeber ungefähr noch einmal denselben Betrag obendrauf, der taucht aber nicht in deinem Brutto auf.

Sozialversicherung 2026

Dein Anteil als Arbeitnehmer in der gesetzlichen Versicherung:

ZweigGesamtsatzDein Anteil
Krankenversicherung, allgemeiner Satz14,6 %7,3 %
Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2026)2,9 %1,45 %
Pflegeversicherung mit Kind3,6 %1,8 %
Pflegeversicherung kinderlos ab 234,2 %2,4 %
Rentenversicherung18,6 %9,3 %
Arbeitslosenversicherung2,6 %1,3 %

Zusammen sind das 21,15 Prozent mit Kind und 21,75 Prozent kinderlos. Ab dem zweiten Kind unter 25 Jahren sinkt dein Pflegebeitrag um 0,25 Prozentpunkte je Kind, bis zum fünften Kind. Arbeitest du in Sachsen, zahlst du 0,5 Prozentpunkte mehr Pflegebeitrag und dein Arbeitgeber entsprechend weniger. Maßgeblich ist der Beschäftigungsort, nicht der Wohnort. Der Zusatzbeitrag hängt von deiner Kasse ab, 2,9 Prozent ist nur der Durchschnitt.

Die Beiträge werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. 2026 sind das in der Kranken- und Pflegeversicherung 5.812,50 Euro im Monat (69.750 Euro im Jahr), in der Renten- und Arbeitslosenversicherung 8.450 Euro im Monat (101.400 Euro im Jahr). Die Grenzen gelten seit 2025 in Ost und West gleich. Bei Sonderzahlungen gilt die anteilige Jahresgrenze bis zum Auszahlungsmonat.

Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer

Die Lohnsteuer berechnet dein Arbeitgeber nach dem Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums. Darin stecken der Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr 2026, der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro und eine Vorsorgepauschale für deine Sozialbeiträge. Deine Steuerklasse bestimmt, welche Freibeträge im Monat berücksichtigt werden. Für Verheiratete erklärt der Artikel Steuerklasse III/V, IV/IV oder Faktor die Unterschiede.

Den Solidaritätszuschlag zahlst du 2026 erst, wenn deine Lohnsteuer im Jahr 20.350 Euro übersteigt. Das betrifft in der Metall- und Elektroindustrie nur die oberen Gruppen. Die Kirchensteuer beträgt 8 Prozent der Lohnsteuer in Bayern und Baden-Württemberg und 9 Prozent in den anderen Bundesländern. Beim monatlichen Abzug zählt das Bundesland deines Betriebs. Wohnst du in einem anderen Land, korrigiert das Finanzamt den Satz in der Steuererklärung auf den deines Wohnsitzlands.

Beispiel 1: EG 5 in Bayern und Nordrhein-Westfalen

Bayern EG 5 B mit 14 Prozent Leistungszulage gegen NRW EG 5 mit 10 Prozent. Beide Fälle: normaler Monat ab April 2026, Steuerklasse I, kinderlos, 30 Jahre, ohne Kirchensteuer, durchschnittlicher Zusatzbeitrag.

PostenBayern EG 5 BNRW EG 5
Grundentgelt3.583,002.960,50
Brutto mit Leistungszulage4.084,623.256,55
Lohnsteuer545,25349,91
Krankenversicherung357,40284,95
Pflegeversicherung98,0378,16
Rentenversicherung379,87302,86
Arbeitslosenversicherung53,1042,34
Netto2.650,972.198,33

In Bayern bleiben 64,9 Prozent des Bruttos, in NRW 67,5 Prozent. Die Sozialabgaben sind in beiden Fällen 21,75 Prozent, der Unterschied kommt von der Lohnsteuer: In Bayern sind es 13,3 Prozent des Bruttos, in NRW 10,7 Prozent. Mit Kirchensteuer kämen in Bayern 43,62 Euro dazu, das Netto läge dann bei 2.607,35 Euro.

Dass EG 5 in NRW weniger bringt als in Bayern, heißt nicht, dass dieselbe Arbeit in NRW schlechter bezahlt wird. Die Gruppen sind in jedem Tarifgebiet anders geschnitten, NRW hat 14 Gruppen, Bayern zwölf mit Stufen. Vergleiche über Tarifgebiete hinweg funktionieren nur über die konkrete Stelle.

Beispiel 2: EG 9 in Bayern und Nordrhein-Westfalen

PostenBayern EG 9 BNRW EG 9
Grundentgelt4.991,003.561,00
Brutto mit Leistungszulage5.689,743.917,10
Lohnsteuer975,66504,33
Krankenversicherung497,85342,75
Pflegeversicherung136,5594,01
Rentenversicherung529,15364,29
Arbeitslosenversicherung73,9750,92
Netto3.476,562.560,80

Bayern EG 9 B liegt mit 5.689,74 Euro knapp unter der Bemessungsgrenze der Krankenversicherung. Die Lohnsteuer steigt auf 17,1 Prozent des Bruttos, netto bleiben 61,1 Prozent. In NRW EG 9 sind es 12,9 Prozent Lohnsteuer und 65,4 Prozent netto. Von 1.000 Euro mehr brutto bleiben in diesem Bereich also deutlich weniger als 600 Euro netto übrig.

Das Jahr mit allen Sonderzahlungen

Im Monatsnetto fehlen die Sonderzahlungen, und gerade die machen in der Metall- und Elektroindustrie viel aus. Der Rechner kommt für 2026 bei drei Jahren im Betrieb auf diese Jahreswerte:

FallBrutto im JahrNetto im JahrAnteil netto
Bayern EG 5 B56.482,9335.752,4263,3 %
NRW EG 545.244,4729.777,5665,8 %
Bayern EG 9 B78.318,5747.166,6960,2 %
NRW EG 954.250,1334.585,0263,8 %

Der Netto-Anteil im Jahr liegt jeweils unter dem eines normalen Monats. Das liegt an der Besteuerung der Sonderzahlungen als sonstige Bezüge: Die Lohnsteuer darauf wird mit deinem Grenzsteuersatz berechnet, nicht mit dem Durchschnittssatz. Wie das funktioniert, steht im Artikel Lohnsteuer auf Sonderzahlungen. Über die Steuererklärung kommt davon meist nur wenig zurück, weil die Lohnsteuer über das Jahr gesehen fast genau stimmt.

Kinder

Kinder ändern die monatliche Lohnsteuer in den Steuerklassen I, III und IV nicht. Die Kinderfreibeträge in deinen Lohnsteuermerkmalen senken nur den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer, das Kindergeld kommt separat von der Familienkasse. In der Pflegeversicherung zahlst du mit Kind dagegen weniger: Der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Prozentpunkten fällt weg, ab dem zweiten Kind unter 25 sinkt der Satz weiter. In Bayern EG 5 B macht schon das erste Kind 24,51 Euro im Monat aus, beim zweiten Kind sind es zusammen 34,72 Euro.

Was du selbst ändern kannst

Am Brutto änderst du kurzfristig wenig, an den Abzügen ein bisschen. Eine Krankenkasse mit niedrigerem Zusatzbeitrag spart dir die Hälfte der Differenz. Bei Werbungskosten über dem Pauschbetrag, etwa einem langen Arbeitsweg, kannst du einen Freibetrag eintragen lassen, dann sinkt die Lohnsteuer schon im Monat. Die Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge senkt Steuern und Sozialabgaben heute, aber auch deine spätere gesetzliche Rente. Begriffe wie Vorsorgepauschale und Beitragsbemessungsgrenze erklärt das Glossar.

Quellen