Tarifrunden
Was in den Tarifrunden der Metall- und Elektroindustrie seit 2018 vereinbart wurde, und wo die Tarifrunde 2026 steht.
- 2026
Tarifrunde 2026: Forderung 5 Prozent, Verhandlungen laufen
Die Entgelttarifverträge aus dem Abschluss 2024 laufen am 31. Oktober 2026 aus und sind gekündigt. Die IG Metall fordert 5 Prozent für zwölf Monate. Stand 18. Oktober 2026 gibt es weder ein Angebot der Arbeitgeber noch ein Ergebnis.
- Forderung: 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit.
- Dazu eine tarifliche Gewinnbeteiligung in gut laufenden Betrieben, eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen und Zusagen zur Beschäftigungs- und Standortsicherung.
- Die IG Metall Bayern hat ihre Forderung am 22. September 2026 beschlossen und verlangt zusätzlich 110 Euro mehr im Monat für Auszubildende.
- Die Verhandlungen in den Bezirken haben am 7. Oktober 2026 begonnen.
- Bayern: erste Runde am 8. Oktober 2026 in München ohne Angebot der Arbeitgeber, zweite Runde am 27. Oktober 2026 in Coburg.
- Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober 2026. Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.
Quellen: IG Metall: Tarifrunde Metall und Elektro 2026, IG Metall Bayern: Forderung von 5 Prozent, vbw: Verhandlungsauftakt in München
- 2024
Abschluss 2024: 600 Euro, 2,0 und 3,1 Prozent, 140 Euro für Azubis
Am 12. November 2024 einigten sich die Bezirke Bayern und Küste in der vierten Verhandlungsrunde in Hamburg mit den Arbeitgebern. Die anderen Tarifgebiete haben das Ergebnis übernommen. Der Vertrag läuft 25 Monate bis zum 31. Oktober 2026.
- Forderung der IG Metall: 7 Prozent für zwölf Monate und 170 Euro mehr für Auszubildende.
- Seit dem 29. Oktober 2024 beteiligten sich laut IG Metall zeitweise über 620.000 Beschäftigte an Warnstreiks.
- Einmalzahlung von 600 Euro spätestens mit der Februarabrechnung 2025, für Teilzeitkräfte anteilig, für Auszubildende nicht.
- 2,0 Prozent mehr ab 1. April 2025 und weitere 3,1 Prozent ab 1. April 2026.
- Auszubildende: 140 Euro mehr im Monat ab 1. Januar 2025, dann 3,1 Prozent ab April 2026.
- T-ZUG B steigt ab 2026 von 18,5 auf 26,5 Prozent des Eckentgelts und wird künftig im Februar gezahlt, das T-Geld im Juli.
- Bei einer Nettoumsatzrendite unter 2,3 Prozent kann ein Betrieb seit 2025 das T-Geld verschieben oder streichen, nicht mehr das T-ZUG B.
- Freie Tage statt T-ZUG A: für Eltern mit Kindern bis zwölf Jahre statt bisher unter acht, zweimal acht und dreimal sechs Tage je Kind oder Pflegefall, und für alle Teilzeitbeschäftigten.
Quellen: IG Metall: Tarifrunde Metall und Elektro 2024, Verhandlungsergebnis, IG Metall: Warum wir 7 Prozent mehr Geld fordern, IG Metall: FAQ zum Tarifergebnis M+E 2024
- 2022
Abschluss 2022: 5,2 und 3,3 Prozent plus 3.000 Euro Inflationsausgleich
Nach drei Wochen Warnstreiks gelang Mitte November 2022 in Baden-Württemberg der Pilotabschluss. Er brachte zwei dauerhafte Erhöhungen, die ersten seit April 2018, und eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie in zwei Teilen. Laufzeit: 24 Monate bis 30. September 2024.
- Forderung: 8 Prozent mehr für Entgelte und Ausbildungsvergütungen, am 11. Juli 2022 vom Vorstand bestätigt.
- Laut IG Metall beteiligten sich über 900.000 Beschäftigte an den Warnstreiks.
- 5,2 Prozent mehr ab Juni 2023 und weitere 3,3 Prozent ab Mai 2024.
- Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro, frei von Steuern und Sozialabgaben: 1.500 Euro bis Ende Februar 2023, 1.500 Euro bis Ende Februar 2024.
- Auszubildende bekamen 550 Euro je Teil, Teilzeitkräfte anteilig, mindestens 400 Euro je Teil.
- Das T-Geld blieb bei 18,4 Prozent eines Monatsentgelts. Die für 2023 geplante Erhöhung auf 27,6 Prozent entfiel.
- Das T-ZUG B stieg von 12,3 auf 18,5 Prozent des Eckentgelts, je nach Tarifgebiet 560 bis 630 Euro im Jahr.
Quellen: IG Metall: Metall-Tarifrunde 2022, Ergebnis, IG Metall: Warum wir 8 Prozent mehr Geld fordern, IG Metall Bayern: Tarifnachrichten vom 18. November 2022
- 2021
Abschluss 2021: Corona-Prämie und Transformationsgeld
Ende März 2021 einigten sich IG Metall und Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen auf einen Pilotabschluss, den die anderen Bezirke bis April weitgehend übernahmen. Statt einer Tabellenerhöhung gab es eine Prämie und eine neue jährliche Sonderzahlung, das Transformationsgeld. Laufzeit bis 30. September 2022.
- Corona-Prämie von 500 Euro im Juni 2021, für Auszubildende 300 Euro.
- Rechnerisch 2,3 Prozent mehr ab Juli 2021. Der Betrag floss nicht monatlich, sondern wurde als Transformationsgeld in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts im Februar 2022 ausgezahlt.
- Das T-Geld ist seitdem eine dauerhafte jährliche Sonderzahlung.
- Betriebe in der Krise können das T-Geld in freie Zeit umwandeln, um Arbeitsplätze zu sichern.
- Die Arbeitszeit kann für bis zu drei Jahre auf 32 Stunden gesenkt werden, bevorzugt als Vier-Tage-Woche, mit teilweisem Entgeltausgleich. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen.
- Dual Studierende fallen während ihrer Berufsausbildung unter die Tarifverträge.
Quellen: IG Metall: Tarifergebnis für die Metall- und Elektroindustrie 2021, CMS: Pilotabschluss in der Metall- und Elektroindustrie (2021)
- 2020
2020: Krisenpaket statt Tarifrunde
Im März 2020 unterbrach die Corona-Pandemie die laufende Tarifrunde. In Nordrhein-Westfalen vereinbarten IG Metall und Arbeitgeber ein kurzfristiges Krisenpaket, das fast alle Tarifgebiete übernahmen. Die Entgelttabellen stiegen nicht, die letzte dauerhafte Erhöhung blieb die vom April 2018.
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld konnten in zwölf Monatsraten gezahlt werden. Das erhöhte die Basis für das Kurzarbeitergeld, das so in den ersten Monaten etwa 80 Prozent des Nettos erreichen sollte.
- Jeder Betrieb richtete einen Solidartopf ein, in den der Arbeitgeber 350 Euro je Beschäftigten einzahlte. Baden-Württemberg hatte eigene Regeln.
- Eltern von Kindern bis zwölf Jahre (vorher acht) konnten Teile des T-ZUG A in freie Tage tauschen.
- Bei Schließung von Kitas und Schulen gab es fünf zusätzliche bezahlte freie Tage, nachdem andere Möglichkeiten wie Resturlaub ausgeschöpft waren.
- Beschäftigte in Kurzarbeit waren vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.
- Die Vereinbarungen waren frühestens zum 31. Dezember 2020 kündbar.
Quellen: IG Metall: FAQ zum Krisenpaket (Solidartarifvertrag 2020), IG Metall: Pressemitteilung Nr. 10/2020 zum Krisenpaket, IG Metall: letzte tabellenwirksame Erhöhung im April 2018
- 2018
Abschluss 2018: 4,3 Prozent, T-ZUG und verkürzte Vollzeit
Anfang Februar 2018 gelang in Stuttgart in der sechsten Verhandlungsrunde der Pilotabschluss für Baden-Württemberg, den die anderen Bezirke übernahmen. Er brachte das tarifliche Zusatzgeld T-ZUG, das es bis heute gibt, und ein Recht auf befristete Arbeitszeitverkürzung. Laufzeit bis 31. März 2020.
- 4,3 Prozent mehr für Entgelte und Ausbildungsvergütungen ab 1. April 2018.
- 100 Euro Einmalzahlung für Januar bis März 2018, für Auszubildende 70 Euro.
- Ab 2019 ein tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts, das heutige T-ZUG A.
- Dazu ein Festbetrag von 400 Euro, spätestens im Juli 2019, für Auszubildende 200 Euro. Ab 2020 wurde er dynamisch, daraus wurde das T-ZUG B.
- Beschäftigte mit Kindern, mit pflegebedürftigen Angehörigen und in Schichtarbeit können ab 2019 statt des Zusatzgeldes acht freie Tage wählen.
- Alle Beschäftigten haben ab 2019 Anspruch, ihre Arbeitszeit für sechs bis 24 Monate auf bis zu 28 Wochenstunden zu senken.
- Auszubildende bekommen vor den Abschlussprüfungen zwei freie Tage zur Vorbereitung.
Quellen: IG Metall: Mehr Geld und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit, IG Metall: Metall-Tarifrunde 2022 (T-ZUG B von 12,3 auf 18,5 Prozent)