Ingenieurgehalt in der Metall- und Elektroindustrie: Gruppen, Einstieg, Netto
In welchen Entgeltgruppen Ingenieurinnen und Ingenieure in der M+E-Industrie landen, was EG 9 bis 12 in Bayern, Baden-Württemberg und NRW 2026 bringen, was netto bleibt und was AT bedeutet. Stand 18. Oktober 2026, Redaktion metalltarif.
Ingenieurinnen und Ingenieure in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie werden wie alle anderen nach dem ERA eingruppiert. Ein Studienabschluss allein legt die Gruppe nicht fest. Entscheidend ist die Arbeitsaufgabe an deinem Arbeitsplatz, also was du tatsächlich tust. Die Bezeichnung im Arbeitsvertrag zählt dafür ebenfalls nicht.
Typische Entgeltgruppen
Für Bayern nennt die IG Metall in ihrer Broschüre "Gehälter für Ingenieur*innen 2025-2026" die Entgeltgruppen 10 bis 12 als üblich, nur in Ausnahmefällen EG 9. In EG 11 und EG 12 ist Stufe A die Einstiegsstufe, Stufe B folgt nach 18 Monaten in der Tätigkeit. Ein früherer Wechsel ist möglich.
Für Berufseinsteiger mit Studium hat die IG Metall 2024 in einem Faltblatt Beispiele je Tarifgebiet gerechnet. Diese Gruppen hat sie dafür gewählt:
- Baden-Württemberg: EG 12 und EG 13
- Nordrhein-Westfalen: EG 13 bis zum 18. Monat und EG 14 bis zum 12. Monat
- Bayern, Hessen, Pfalz, Thüringen und die Küste: EG 9 und EG 10
- Niedersachsen: EG 11 B und EG 12 B
- Berlin-Brandenburg und Sachsen: EG 10
Das Faltblatt ordnet diese Beispiele nicht nach Bachelor und Master. Das passt zum Tarif, der ebenfalls nicht nach dem Abschluss unterscheidet. Ein Masterabschluss führt also nicht automatisch in eine höhere Gruppe. Er hilft, wenn die Stelle anspruchsvoller eingestuft ist.
Was die Gruppen seit April 2026 bringen
Grundentgelte im Monat bei 35 Stunden, ohne Leistungszulage, gültig ab 1. April 2026:
| Tarifgebiet und Gruppe | Grundentgelt | mit Leistungszulage |
|---|---|---|
| Bayern EG 9 A | 4.757,00 | 5.422,98 |
| Bayern EG 10 A | 5.261,00 | 5.997,54 |
| Bayern EG 11 A | 5.818,00 | 6.632,52 |
| Bayern EG 12 A | 6.378,00 | 7.270,92 |
| Bayern EG 12 B | 6.650,00 | 7.581,00 |
| Baden-Württemberg EG 12 | 5.129,00 | 5.898,35 |
| Baden-Württemberg EG 13 | 5.462,50 | 6.281,88 |
| NRW EG 13 bis 18. Monat | 5.054,00 | 5.559,40 |
| NRW EG 14 bis 12. Monat | 5.741,00 | 6.315,10 |
Die Leistungszulage haben wir mit dem jeweiligen Durchschnitt gerechnet: 14 Prozent in Bayern, 15 Prozent in Baden-Württemberg, 10 Prozent in Nordrhein-Westfalen. In NRW steigen EG 13 und EG 14 mit der Zeit in der Gruppe automatisch, EG 13 nach 18 und 36 Monaten auf 5.351,50 und 5.945,50 Euro, EG 14 nach 12, 24 und 36 Monaten bis auf 7.178,50 Euro. Alle Werte findest du unter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
Das Jahresgehalt
Zum Monatsentgelt kommen Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, T-ZUG A, T-ZUG B und Transformationsgeld. Die IG Metall Bayern kommt in ihrer Broschüre für 2026 bei EG 11 A auf ein tarifliches Jahresentgelt von 91.806,10 Euro, bei EG 12 B auf 104.799,00 Euro. Bei 40 Wochenstunden, die in Bayern mit Zustimmung möglich sind und anteilig bezahlt werden, sind es 104.783,38 und 119.634,64 Euro.
Die Broschüre rechnet schematisch mit der Tabelle ab April für das ganze Jahr und dem vollen Weihnachtsgeld von 55 Prozent. Unser Rechner geht Monat für Monat vor: Januar bis März mit der alten Tabelle, das T-ZUG B mit dem Eckentgelt vom Februar. Für EG 11 A ergibt das 91.142,70 Euro, für EG 12 B 104.044,93 Euro. Im ersten Jahr im Betrieb ist es weniger, weil das Weihnachtsgeld erst mit der Betriebszugehörigkeit von 25 auf 55 Prozent steigt.
Was netto bleibt
Netto für einen normalen Monat ab April 2026 und für das ganze Jahr 2026, Steuerklasse I, kinderlos, ohne Kirchensteuer, durchschnittlicher Zusatzbeitrag, drei Jahre im Betrieb:
| Gruppe | Brutto im Monat | Netto im Monat | Brutto im Jahr | Netto im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Bayern EG 11 A | 6.632,52 | 3.985,89 | 91.142,70 | 53.834,28 |
| Bayern EG 12 B | 7.581,00 | 4.478,67 | 104.044,93 | 60.446,55 |
| Baden-Württemberg EG 12 | 5.898,35 | 3.584,95 | 81.189,61 | 48.710,16 |
| NRW EG 13 bis 18. Monat | 5.559,40 | 3.412,07 | 76.639,69 | 46.274,29 |
Der Sprung von Stufe A nach B nach 18 Monaten ist spürbar. In Bayern steigt EG 11 von 5.818 auf 6.104 Euro Grundentgelt, mit 14 Prozent Leistungszulage von 6.632,52 auf 6.958,56 Euro, also um 326,04 Euro brutto im Monat. In EG 12 sind es 272 Euro Grundentgelt mehr. Eine vorgezogene Höherstufung ist laut IG Metall möglich, die Frage danach lohnt sich im Vorstellungsgespräch.
Ab etwa 5.800 Euro im Monat greift die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung von 5.812,50 Euro. Darüber steigen diese Beiträge nicht mehr, deshalb wächst das Netto in den oberen Gruppen etwas schneller als darunter. In Bayern EG 12 B fällt im Jahr auch ein kleiner Solidaritätszuschlag an, 274,61 Euro, weil die Lohnsteuer mit allen Sonderzahlungen über der Freigrenze von 20.350 Euro liegt.
Die Leistungszulage
In Bayern liegt die Leistungszulage individuell zwischen 0 und 28 Prozent. Bewertet werden fünf Kriterien mit je 0, 5, 10, 15 oder 20 Punkten, höchstens 100 Punkte. Jeder Punkt ist 0,28 Prozent wert, 50 Punkte ergeben die durchschnittlichen 14 Prozent. In EG 11 A macht der Unterschied zwischen 10 und 20 Prozent rund 582 Euro brutto im Monat aus. In Baden-Württemberg reicht die Spanne von 0 bis 30 Prozent bei einem Betriebsdurchschnitt von 15 Prozent. Mehr dazu im Artikel zur Leistungszulage.
Außertariflich (AT)
Wer Aufgaben oder ein Gehalt oberhalb der höchsten Entgeltgruppe hat, kann außertariflich angestellt sein. Dann gelten die Tabellen nicht, Gehalt und oft auch Arbeitszeit stehen im Arbeitsvertrag. Tariferhöhungen gibt es nur, wenn der Vertrag sie vorsieht. Vor einem Wechsel in AT lohnt sich ein Vergleich mit dem tariflichen Jahresentgelt der höchsten Gruppe, inklusive aller Sonderzahlungen und der 35-Stunden-Woche. Ein AT-Angebot mit 40 Stunden muss deutlich über dem Tarif liegen, um pro Stunde mehr zu bringen.
Zum Vergleich mit Betrieben ohne Tarif: Die WSI-Lohnspiegel-Datenbank nennt für Ingenieurberufe insgesamt ein typisches Einstiegsgehalt von 4.580 Euro im Monat bei 38 Wochenstunden, ohne Sonderzahlungen. Nach zehn Jahren liegt das Grundgehalt in tarifgebundenen Betrieben im Schnitt 16 Prozent höher als ohne Tarif. Mit Tarifvertrag bekommen 75 Prozent der Ingenieurinnen und Ingenieure Urlaubsgeld, ohne Tarif 40 Prozent.